Folge 32: Gegen das Vergessen - Wenn Namen wieder zu Menschen werden
Shownotes
Erinnern, damit Geschichte sich nicht wiederholt
Sie liegen mitten in Ibbenbüren: kleine Messingtafeln, eingelassen in den Boden, versehen mit Namen, Geburtsdaten und Lebenswegen. Die Stolpersteine erinnern an Menschen aus der Stadt, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden. Hinter jedem Stein steht ein Leben, eine Familie und eine Geschichte, die nicht vergessen werden darf. Inzwischen halten 65 Stolpersteine die Erinnerung an diese Menschen im Ibbenbürener Stadtbild wach.
Doch wie kann Erinnerung lebendig bleiben, wenn immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen selbst berichten können? Was bedeutet das viel zitierte „Nie wieder“ für die Gegenwart? Und wie lassen sich gerade junge Menschen erreichen, wenn es um die Verbrechen des Nationalsozialismus, um Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und die Verantwortung für unsere Demokratie geht?
Darüber spricht Moderator Lars Cohrs in dieser Ausgabe von MACH MAL STADT! IBBENBÜREN mit Bürgermeister Dr. Marc Schrameyer, dem Stadtschulseelsorger Christoph Moormann, der Barbara Kurlemann, dem Initiator des Lenkungskreises „Stolpersteine“, Gernold Mudrack, sowie mit Dior Haxhihasani, Schüler der Erna-de-Vries-Gesamtschule.
Christoph Moormann und Barbara Kurlemann berichten vom Projekt „Gegen das Vergessen“, das die überlebensgroßen Porträts von Holocaustüberlebenden nach Ibbenbüren brachte. Schülerinnen und Schüler übernahmen dabei selbst Verantwortung: Sie recherchierten Biografien, führten durch die Ausstellung und machten aus historischen Zahlen und Fakten persönliche Schicksale. Das Projekt wurde für sein besonderes ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet.
Gernold Mudrack erklärt, welche Geschichten hinter den Stolpersteinen liegen, wie die Schicksale früherer Ibbenbürenerinnen und Ibbenbürener erforscht werden und warum Erinnerungsarbeit niemals abgeschlossen ist. Dior Haxhihasani schildert die Perspektive einer jungen Generation, die sich aktiv mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinandersetzt und daraus Fragen an die Gegenwart ableitet.
Eine eindringliche Folge über Menschen, deren Namen nicht verschwinden dürfen, über die Verantwortung einer Stadt und über eine Erinnerungskultur, die nicht rückwärtsgewandt ist, sondern unsere Haltung im Hier und Jetzt fordert.
- Moderation: Lars Cohrs
- Redaktion: Christina Hüsken & André Elshoff
- Produktion: COHRS MEDIA im Auftrag der Stadt Ibbenbüren
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